Mannschaften - Hessische Ligen - Hofheim 22018 / 2019


Hofheim 2 - Verbandsliga Süd

9. Runde am 12.05.2019

    SC Heusenstamm 2          -  SV 1920 Hofheim 2          3,5 : 4,5
1.  Zuyev, Igor               -  Brendel, Oliver              ½ : ½
2.  Klundt, Klaus             -  Zude, Erik                   0 : 1
3.  Solonar, Stefan           -  Armbruster, Alexander        ½ : ½
4.  Otte, Marijn              -  Tischendorf, Michael         1 : 0
5.  von Rahden, Arvid         -  Bajorski, Marius             ½ : ½
6.  Benninger, Rudolf         -  Burkart, Patrick             0 : 1
7.  Schreiner, Roland         -  Kushka, Alena                ½ : ½
8.  Prudlo, Simon             -  Segna, Ulrich                ½ : ½

Die Entscheidung um den (Wieder-)Aufstieg in die Hessenliga hing allein von dieser finalen Begegnung ab. Spannung war also Programm, obwohl wir eigentlich nur „einfach“ gewinnen mussten.

Direkt bevor es los ging, sah erst mal alles perfekt aus. Wir traten mit einer gut besetzten Mannschaft an und der Gegner hatte offensichtlich nicht mit unserem Tausch von Brett 1 und 2 gerechnet. Zudem gab es bei Heusenstamm ein Missverständnis bezüglich der Besetzung an Brett 2 und 3, was nach dem Austausch der Aufstellungen natürlich nicht mehr zu ändern war.

Als dann aber die Betreuer (Arno und ich) schon in der frühen Eröffnungsphase über die Bretter schauten, kamen bereits Sorgenfalten auf. Arnos treffender Kommentar: „Die meisten Stellungen würde ich jetzt lieber auf Seiten der Gegner spielen“. Und dies galt insbesondere für alle unsere Weißpartien.

Alexander (Brett 3) konnte zu unserer Beruhigung früh dem ungeplanten Druck des Gegners standhalten und den ersten halben Punkt sicherstellen. Bei Michael (Brett 4) schien sich bald darauf das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Er gewann einen Bauern, hatte dann aber bei der Abwehr des resultierenden Gegenangriffs auf einmal die Figur für einen späteren Zug in der Hand. Dieser „Fingerfehler“ führte leider unmittelbar zum Punktverlust und erhöhte damit die Spannung ins fast Unerträgliche. An den meisten anderen Brettern konnte man zu diesem Zeitpunkt wenig Positives erkennen.

Nach und nach gelang es dann aber Erik (Brett 2) einen fulminanten Angriff gegen den lang rochierten weißen König einzufädeln und konsequent durchzuziehen. Ausgleich - Hoffnung - reicht aber nicht!

Oliver (Brett 1) war der nächste, der den Druck des Gegners abschütteln konnte und sogar ein leicht vorteilhaftes Endspiel erreichte. Aufgrund der Situation versuchte er auf Gewinn zu spielen, nahm wegen der knapper werdenden Zeit dann letztendlich doch ein Remis-Angebot des Gegners an.

Marius (Brett 5) hatte zu diesem Zeitpunkt einen „gesunden“ Minusbauern, bei zwar komplizierter, aber von außen betrachtet eindeutig schlechteren Stellung. Alena (Brett 7), ebenfalls ein Minusbauer mit Hoffnung die Partie vielleicht noch halten zu können. Ulrich (Brett 8) stand ebenfalls eher schwierig, aber haltbar. Patrick (Brett 6) hatte ein ungefähr gleichstehendes Endspiel erreicht, also, aus Erfahrung, positive Aussichten.

Alles in Allem war der Aufstieg in diesem Moment abgeschrieben, da bestenfalls noch ein 4:4 erreichbar schien.

Kaum 15 Minuten später ein überraschter Blick auf das Brett von Marius, dessen Nachteil sich komplett verflüchtigt hatte. Es sah schon fast nach leichtem Vorteil aus. Da seine Zeit danach sehr knapp wurde, hat er vernünftigerweise den halben Punkt sichergestellt.

Bei Patrick hatte sich das Endspiel erwartungsgemäß günstig entwickelt, aber Alena sah sich mit ernsthaften Problemen konfrontiert, ihre Stellung zu halten.

Ulrich war es inzwischen gelungen komplett auszugleichen. Optisch, mit einem starken Läufer im Zentrum, sah es sogar etwas besser aus. Da es aber keine vernünftige Gewinnfortsetzung gab, willigte auch er schließlich in ein Remis ein.

Nach langer Gegenwehr streckte dann endlich Patricks Gegner die Waffen zum 4:3 für uns.

Alles hing nun an Alena, die sich jetzt zur wahren Heldin des Tages entwickelte. Sie fand fantastische Antworten auf die Versuche ihres Gegners dessen Mehrbauern zu verwerten, konnte diesen am Ende „einsammeln“ und so den dann doch noch reichlich verdienten Sieg und Aufstieg perfekt machen.

Ein wirklich herausragende Teamleistung! Danke an alle Beteiligten.
(Wolfgang Daub)